15.11.2016

Nach Photoshop stinkende Schokolade



Mir ist schlecht. Richtig übel sogar.

Zwei Tage sehe ich neben mir nun die Packung Kinderschokolade - und an der Schoki an sich liegt es nicht.

Es ist das Coverbild.



Geht mal in den nächsten Supermarkt und schaut es Euch live an. Waren die Kids darauf früher auch so plattretuschiert? Der arme Kerl auf dem Cover sieht mehr nach einer skurril gebräunten Porzellanpuppe mit Knetgummi und Plastik als nach Mensch aus und ich verstehe es nicht.

Warum?

Warum wollen wir Menschen immer weniger nach Mensch aussehen? Sind Poren in der Haut wirklich etwas schlimmes? Muss das Augenweiß weißer als ein Blatt Papier, ein Zahn weiß wie Schnee sein? Muss jede Unebenheit plattgewalzt, jede kleine Falte, jeder Fleck, jeder Makel ausgebügelt werden?

Finde ich nicht!

Wenn ein Foto so sehr nach Photoshop stinkt, wird mir ganz anders. Ein Mensch darf und sollte nach Mensch aussehen. Auch (definitiv) auf Verpackungen für Kinderschokolade. Ein Hoch auf Leberflecken, Sommersprossen und Macken in den Zähnen! Ansonsten kann man doch gleich die Gesichter am PC erstellen oder einfach Schaufensterpuppen fotografieren...

Ich wünsche mir für die kunterbunte Werbewelt viel mehr Echtheit, mehr Ecken und Kanten, mehr Leben!

Also, liebe Kollegen (bzw. Entscheider und Chefs), wer bei der nächsten Portraitretusche einmal mehr beherzt tief in die Frequenztrennungskiste greift: Bitte über den Sinn und die richtige Dosierung nachdenken, denn Haut ist kein Plastik oder Porzellan! Menschen sind nicht aus Gummi und Farbe! Ansonsten steckt Eure Retusche ganz schnell in der Kategorie #Halloweenmaske.

Seltsame Schönheitsideale entstehen genau an dieser Stelle und machen unseren Mitmenschen das Leben schwer, manchmal sogar zur Hölle.

Und diese ekelhafte Packung muss nun in den Müll...

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