05.03.2015

"Eine Rolle Anfang" - Ondu 6x6 Lochkamera Erfahrungsbericht mit der ersten Rolle abgelaufenem Ilford Delta ISO 100 Rollfilm

UPDATE 20.09.2015: Das erste Foto des Artikels wurde inzwischen durch die neu digitalisierte Version ersetzt.  

Libeskind-Bau am Kö-Bogen mit der Lochkamera | Düsseldorf 2015


Lochkamerafotografie ist ein Abenteuer. Der Bildlook mit seiner vignettierten, verwaschenen Unperfektion hat mich schon immer fasziniert, weshalb icht nicht wiederstehen konnte, also ich die Ondu 6x6 Lochkamera bei Monochrom entdeckt habe. Was für eine sauschöne Kamera!! Handgefertigt aus edlem Holz, alles analog, keine Batterien, keine Sichtkontrolle, kein automatischer Auslöser, das macht Laune!!


Direkt zu Anfang habe ich ein paar kleine Veränderungen vorgenommen. Zum einen eine Personalisierung der Kamera, indem ich mit einem Brandmalkolben meine Initialen auf die Rückseite gebrannt habe.


Zum anderen habe ich mit dem Brandmalkolben noch Markierungen an den Drehknöpfen angebracht und als Ausrichtungshilfe eine kleine Dosenlibelle an der Oberseite befestigt - wenn man schon kein Sichtfenster hat, dann doch zumindest ein wenig Hilfe beim gerade ausrichten ;)


Da ich noch einen kleinen Stapel Ilford Delta 100 120er Rollfilm finden konnte, ging es gleich mit der ersten Rolle los. Abgelaufener Film ist allerdings eine Wissenschaft für sich. Dadurch, dass der Film abgelaufen ist, kann man sich nicht auf die Belichtungswert-Tabelle, die der Ondu-Kamera beiliegt, verlassen. Die erste Rolle ist natürlich dunkler geworden als erwartet, aber dafür macht man ja seine erste Testrolle: um zu lernen!

Ergo: Belichtungszeiten notieren und dann bei der zweiten Rolle besser machen.


Aber halt, noch einmal drei Schritte zurück. Mit der Lochkamera bin ich nicht der Typ Fotograf, der eine Rolle direkt an einem Tag verballert. Die Lochkamera ist für mich eher ein Langzeiterlebnis - man plant die Aufnahmen mehr, nimmt sich Zeit, versucht, die richtige Tageszeit zu erwischen, man muss den richtigen Ort erreichen, und das alles ohne Hektik. Vor allem aber lohnt nicht jedes Motiv - dafür habe ich ja immer noch meine DSLR in der Tasche, die ja auch ein wenig Action will.


Es hat also einige Wochen gedauert, bis der erste Film mit 12 Bildern belichtet war und ich damit vor der Arbeit zu dem hiesigen Fachlabor meines Vertrauens radeln konnte, um nach der Arbeit die Ergebnisse einzusammeln. Mensch, das ist eben das Erlebnis Film, ein richtiger Nervenkitzel, und es hat sich gelohnt! Auch wenn die Ergebnisse alles andere als perfekt sind - wie oben erwähnt zu dunkel, einige Motive sind besser, einige schlechter gewählt, Aufnahmen sind trotz Libelle ein wenig schief, etc. - machen sie mich sehr glücklich.


Die hier gezeigten Bilder sind simpel abgescannt, dabei sind leider noch ein paar Details flöten gegangen, die auf den Original-Abzügen enthalten sind, aber sie geben einen Eindruck des Bildlooks.





Was meint Ihr, gefallen Euch die Bilder? Mögt Ihr den Lochkamera-Look?

Die kleine Ondu hat mich auf alle Fälle voll überzeugt: Das Teil macht richtig süchtig und hat mein Herz im Sturm erobert!

Bei der nächsten Rolle abgelaufenem Film wird nun also die Belichtungszeit nochmal ordentlich nach oben korrigiert! ;) Vor allem freue ich mich schon sehr darauf, meine kleine Spielgefährtin in Paris einzusetzen, das wird ein Fest!

Habt Ihr Eure eigenen Lochkamera-Erfahrungen?

Bis die Tage & Greets


1 Kommentar:

  1. Aha, Paris scheint's dir angetan zu haben! Kann ich mir aber auch gut vorstellen, die Stadt in diesem Stil abgelichtet. ;) Die Bilder gefallen mir sehr, ich glaub da steckt noch einiges an Potenzial in dem kleenen Holzkasten, das hier schön angedeutet wird mit den fokussierten Bildausschnitten, den Lichtreflektionen und so weiter. Weißte, an welchen Film mich das auch irgendwie unweigerlich erinnert? An Peeping Tom! Und vielleicht auch an "Blancanieves", wobei ich den erst noch sichten muss.

    Grüße,
    le Vince ;)

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